Unsere Bürgermeisterkandidatin

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Perspektiven für die neue VG Aar-Einrich

Ich bewerbe mich um das Amt der Verbandsbürgermeisterin der Verbandsgemeinde Aar-Einrich. Und ich trete an, um einen fairen und gerechten Ausgleich zwischen den vielfältigen Interessen und Erwartungen zu schaffen. Ich möchte verbinden und zusammenführen, damit sich alle mitgenommen fühlen.

Von Anfang an habe ich mich für einen Zusammenschluss unserer beiden Verbandsgemeinden eingesetzt, weil ich der Überzeugung bin, dass wir auf vielen Gebieten die gleichen Stärken besitzen aber auch die gleichen Probleme zu bewältigen haben.

Die Perspektiven für die neue Verbandsgemeinde Aar-Einrich sind  genauso gut aber auch genauso herausfordernd wie sie für die einzelnen Verbandsgemeinden vorher  waren. Sie müssen nur mit gemeinsamer Kraft von allen, den kommunalen Vertretern, der Verwaltung, den Bürgern und den Vereinen mit Inhalt gefüllt werden.

Um Perspektiven heraus zu arbeiten, sollte man zunächst mal  innehalten und festhalten was denn die bisherigen Erfolge in unserer Region sind und woran wir weiter arbeiten wollen aber auch was wir bisher in beiden Standorten unterschiedlich handhaben.

Festzustellen ist, dass es viele gute Projekte in unseren Verbandsgemeinden gibt, auf die wir alle zu Recht stolz sein können. Wir haben unseren Bürgern viel zu bieten und werden durch den Zusammenschluss auch noch vieles hinzu gewinnen.

Aber natürlich werden wir vor allem auch größer. Flächenmäßig und Einwohnermäßig. Der Service für die Bürger soll sich aber nicht durch weitere Wege und längere Bearbeitungszeiten verschlechtern.

Das bedeutet, dass Abläufe gestrafft, Angebote gebündelt und Koordinationsstellen geschaffen werden müssen um den Interessen der Bürger und der Ortsgemeinden in Zukunft gerecht werden zu können. Das nutzt am Ende allen. Die Bürgerbüros vor Ort werden den gewohnten Service bieten.

Aber die Vielfalt in unseren Dörfer mit ihren bewährten Strukturen und ihren Eigenheiten müssen Bestand haben. Das macht erst den Zugewinn aus. Wir können nur voneinander lernen und uns austauschen.

Der Gemeinsinn wird an Aar und Einrich noch großgeschrieben. Es gibt eine immense Palette von kleinen und großen Vereinen und losen Zusammenschlüssen, die mit ihrem Engagement die Menschen zusammenbringen und Gutes bewirken.  Das kostet Energie und Zeit.  Beides ist nicht unbegrenzt verfügbar bei den Menschen, die sich einbringen. Sie brauchen Anerkennung ihrer Leistung z.B. durch die Aufwertung und bessere Handhabung der Ehrenamtskarte oder einem Vereinsnetzwerk. Sie brauchen einen Ehrenamts- und Vereinslotsen, der Ideen von Bürgern und Vereinen aufgreift. Sie unterstützt bei der Generierung von Zuschüssen. Sie berät bei neuen Herausforderungen wie z.B  der Datenschutzgrundverordnung. Ihnen Wege aufzeigt wie ein Projekt verwirklicht werden kann, statt durch Bürokratie ausgebremst zu werden.

Nur das kann die Vielfalt unseres Vereinslebens in der heutigen Zeit erhalten helfen und Menschen dazu bewegen sich weiterhin zu engagieren. Als aktives Mitglied in vielen Vereinen weiß ich was hier geleistet wird.

Natürlich gibt es noch mehr was  getan werden kann um unsere neue Verbandsgemeinde weiter voran zu bringen.

Das Bauen und Wohnen ist ein  weiterer Faktor den es gilt im Auge zu haben. Viele junge Menschen und Familien suchen bezahlbaren Wohnraum und attraktive Arbeitsplätze. Ältere Bürger hingegen brauchen Unterstützung  zum Leben und gute Verkehrsanbindungen. Oft leben sie in großen Häusern und  können diese nur schwer unterhalten.  Auch hier kann Hilfestellung durch die Politik geleistet werden.  Bringen wir die Interessen zusammen und versuchen neue Wohnformen zu schaffen. Durch die Unterstützung der Ortsgemeinden z.B. durch das Aufstellen eines Leerstandskatasters und Dorferneuerungsprojekte können ältere Häuser in Dorfkernen aufgewertet werden und zu einer echten Alternative für junge Familien werden.

Die gesamte Infrastruktur in unserem ländlichen Raum mit weiten Wegen und kleinen Ortschaften stellt eine Herausforderung dar. Veränderungen sind nicht immer gleich Verbesserungen, wie wir beim Aar-Einrich-Bus feststellen konnten. Hier müssen wir am Ball bleiben und bei Bedarf auch nachjustieren. Der Bus allein kann nur ein Baustein sein. Die Situation im Öffentlichen Nahverkehr wird sich durch die Bündelausschreibung des Kreises zwar verbessern. Es bleibt jedoch für die Aar noch ein Flickwerk, solange es keine Lösung für die Aartalbahn gibt. Und wir daher nur auf Provisorien setzen können. Das muss geändert werden. Ich setze mich seit Langem vehement für die Aufwertung des sogenannten ländlichen Raumes ein. Förderungen von Bund und Land sollten jetzt vor allem in diese Randgebiete der Ballungszentren investiert werden.  Dies würde auch die angespannte Verkehrs- und Wohnsituation für die Städte entschärfen.  Das kann nur in Kooperation mit Bund und Land geschehen.

Wir brauchen zukunftsfähige Konzepte  und dazu zählt für mich neben einem funktionierenden Busverkehr vor allem die Reaktivierung unserer vorhandenen Aartalbahnstrecke. Durchgehend ausgebaut von Limburg bis Wiesbaden. Städte, die gegen schlechte Luft, hohes Verkehrsaufkommen und knappen Wohnraum kämpfen. Und auf der anderen Seite angrenzende Dörfer und Kleinstädte, die über Leerstände von Geschäften und Wohnhäusern klagen. Das muss man doch zusammen bringen. Da liegt die Lösung doch gerade in der Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur. Jeder Pendler, der die Bahn nutzen kann, jeder Arbeitsplatz bei uns der gut erreicht werden kann. Das nutzt uns doch allen. Hier werden jetzt zumindest gemeinsame Gespräche über eine Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung geführt.

Ich möchte unsere Region auch touristisch aufgewertet sehen. Das setzt vor allem voraus, dass wir uns selbst unser Stärken bewusst sind. Oft denken wir, dass wir ja nicht viel zu bieten haben. Aber das ist auch viel Betriebsblindheit. Erst bei meinen Urlaubsreisen in andere Länder oder andere Regionen in Deutschland schaue ich genau hin und stelle fest, dass es vieles was man dort reizvoll findet auch zu Hause vor der Haustür gibt. Die wunderschöne Natur mit Wanderwegen, die großen Waldgebiete, Seen, Burgen, Schlösser, moderne Freizeitbeschäftigungen, Kultur und dazu noch die zentrale Lage zwischen Rheingau und Westerwald und historischen Städten wie Koblenz und Wiesbaden. Diesen Schatz müssen wir heben. Auch dazu brauchen wir eine funktionierende Infrastruktur.

Jetzt möchte ich noch die Schulen und Kindergärten nennen. Was schafft mehr Identität und Zugehörigkeitsgefühl schon von klein auf als die Kindergarten- und Schulfreundschaften? Was verbindet uns mehr mit unserer Heimat als unsere Kindheitsprägungen? Diese Prägungen finden heute weniger auf den Spielplätzen in den Ortschaften sondern mehr denn je durch die Ganztagsbetreuungen in diesen Einrichtungen statt.

Was hier investiert wird ist goldrichtig investiert.

Es schafft Möglichkeiten für die Eltern dort wo sie selbst aufgewachsen sind zu bleiben, ihr Haus zu bauen oder zu kaufen, ihren Beruf auszuüben und sich einzubringen in das gesellschaftliche Leben. Das wiederum fördert das Heimatgefühl für Eltern und Kinder.

In Zukunft wird es in der Verbandsgemeinde Aar-Einrich einen großen Pool an Kindergärten mit vielfältigem Betreuungsangebot geben. Grundschulen mit kurzen Wegen und zwei gut aufgestellte Realschulen Plus, mit unterschiedlichen Konzepten und mit der Möglichkeit zum Fachabitur. Auch wenn sie unterschiedliche Träger haben sollte uns das nicht davon abhalten sie gut ausgestattet zu wissen. Statten wir die Schulen mit mehr digitalen Lernmitteln aus und sorgen für einen regelmäßigen Informationsaustauch zwischen und mit den Institutionen. Mit dem „Gute Kita-Gesetz“  des Landes, wird es neue Anforderungen aber auch Unterstützung geben. Vor allen wird es verbindliche Betreuungszeiten geben, die den Eltern ermöglichen ihren Berufsalltag verlässlich zu planen. Ausdrücklich möchte ich hier auch die Initiative der VG Katzenelnbogen hervorheben, die vom Land kürzlich ausgezeichnet wurde. Das Projekt „Familie sind wir!“ gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit sowie dem Europäischen Sozial-Fonds soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den Randzeiten z.B. bei Schichtdiensten fördern und hier die Lücke zwischen den bereits vorhandenen Betreuungsangeboten schließen. Das ist kein Luxusproblem: In diesen Berufen arbeiten Pflegerinnen und Pfleger, Ärzte, Krankenschwestern und Polizisten. Das zeigt, dass wir auch in Zukunft das Ohr und das Auge immer für gesellschaftliche Veränderungen offen haben müssen. Als Frau und Mutter weiß ich aus Erfahrung welche logistischen Meisterleistungen man bewältigen muss um den vielfältigen Anforderungen in Familie und Beruf gerecht zu werden.

Und das gilt nicht nur für die Kinderbetreuung sondern auch für die Betreuung von Eltern und anderen Familienangehörigen. Auch hier wird es immer wieder notwendig sein, das bestehende Betreuungsangebot – in der neuen Verbandsgemeinde gibt es 4 Seniorenheime- zu hinterfragen und für eine gute Vernetzung der Institutionen zu sorgen, auch was die damit oft einhergehende ärztliche Versorgung betrifft.

Zuletzt möchte ich noch das Augenmerk auf drei Institutionen richten, die bereits sehr erfolgreich die Zusammenarbeit Aar-Einrich gemeistert haben. Das sind zum einen die Feuerwehren. Sie haben schon viele gemeinsame Stunden mit der Neuorganisation verbracht und haben sich auf die kommende Fusion gut vorbereitet. Auf ihr Urteil haben wir uns auch verlassen, als wir- also beide Verbandsgemeinderäte –zusammen entschieden haben, uns selbst um unsere technische Ausrüstung zu kümmern und die vorhandenen, gut ausgestatten und  neu sanierten Räumlichkeiten vor Ort zu nutzen. Meinen Respekt und meine Unterstützung haben sie auch für die zukünftigen Aufgaben.

Zweitens sind das die Angestellten unserer Verwaltungen, die seit der Festlegung des Zusammenschlusses eine enorme Arbeitsleistung erbringen. Es muss ja neben dem Tagesgeschäft auch die gesamte Struktur sowie die Technik zusammengeführt werden. Nicht zu vergessen die Personalabteilungen und Personalräte, die für eine gerechte und für alle Mitarbeiter verträgliche Umstrukturierung Sorge zu tragen haben. Aus eigener Erfahrung aus meinem Arbeitseben weiß ich, dass das auch Verunsicherungen schafft, die es abzubauen gilt. Hier möchte ich mich bei allen bedanken, die sich auf diesen gemeinsamen Weg mit aufmachen und sie wissen lassen, dass sie sich auch in Zukunft auf mich und alle Verbandsgemeinderatsmitglieder verlassen können, wenn es um ihre berufliche Entwicklung und ein stabiles Arbeitsumfeld geht.

Die dritte Institution ist der Seniorenbeirat. In beiden VGs schon vorher gut organisiert und engagiert haben diese Frauen und Männer sich schon früh zusammengefunden und arbeiten an gemeinsamen zukunftsweisenden Projekten für die Verbesserung der Lebenssituation der älteren Bürger. Das soll uns als gutes Beispiel dienen.

Daher schlage ich auch die Einsetzung eines Jugendbeirates für die Zukunft vor. Auch junge Menschen sollen sich  mit ihren Interessen ernst genommen fühlen und einen Beitrag zur Entwicklung ihrer Heimat leisten. Das schafft Verbundenheit und fördert das Verantwortungsbewusstsein. Sie sind die Vereinsvorsitzenden und Ratsmitglieder von morgen. Für sie arbeiten wir jetzt an einer neuen zukunftsfähigen Struktur. Wie wir erkennen, nutzen alle genannten Maßnahmen nicht nur einer Bevölkerungsgruppe sondern alles greift ineinander, hängt von einander ab und trägt am Ende dazu bei, dass wir hier gerne, gut und sicher leben.

Nun ist vieles aufgezählt worden, was es aufzubauen, auszubauen oder zu erhalten gilt.

Ich arbeite bei der Sparkasse und ich kann rechnen. Das alles gibt es nicht geschenkt. Und es wird unsere gemeinsame Kraft und Anstrengung kosten es zu verwirklichen. Gemeinsam mit dem neu zu wählenden Verbandsgemeinderat muss hier eine einheitliche und einvernehmliche Linie über die Fraktionen und Parteien hinaus gefunden werden. So wie dies bisher auch der Fall war.

Vor allem müssen die Kosten im Auge behalten werden. Nicht alles werden wir sofort und vollumfänglich umsetzen können. Bauen wir ohne Eile ein tragfähiges Konzept.

Mit den zukünftigen Fraktionsmitgliedern der SPD im Verbandsgemeinderat werde ich mich für  Umlagenstabilität im Interesse der Gemeinden und für Gebührenstabilität  im Wasser- und Abwasserbereich im Interesse der Bürger einsetzen.

Die SPD in Aar-Einrich hat sich zum Ziel gesetzt wieder die stärkste Fraktion im neuen Verbandsgemeinderat zu werden, damit wir das zusammen fortführen können was bisher bewährt und erfolgreich war. Daran haben wir seit jeher maßgeblich und mit großem Einsatz gearbeitet.

Ich hoffe, dass sich meine Positive Einstellung der Fusion gegenüber auf die Bürger übertragen lässt, damit wir zusammen daraus ein Erfolgsprojekt machen. Und wir alle in einigen Jahren sagen werden, dass es sich gelohnt hat, daran mitzuarbeiten.

 

VG-Bürgermeisterkandidatin

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