Waldkonferenz der SPD Rhein-Lahn:

Veröffentlicht am 23.11.2019 in Pressemitteilung

Spannende Diskussion mit Dr. Jens Jacob (MUEEF) über die Zukunft der Wälder in Rheinland-Pfalz

„Rheinland-Pfalz ist bereits heute stark vom Klimawandel betroffen“, so lautet die Botschaft von Dr. Jens Jacob, Abteilungsleiter Forsten im rheinland-pfälzischen Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten (MUEEF), an das breitgefächerte Publikum der Waldkonferenz in St. Goarshausen. Zu dieser hatte SPD-Kreisvorsitzender Mike Weiland jetzt öffentlich eingeladen und zahlreiche Försterinnen und Förster, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger aus allen Teilen des Kreises waren der Einladung gefolgt. Auch die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Roger Lewentz und Jörg Denninghoff nahmen teil, um ihre Eindrücke mit in die Landespolitik zu nehmen. „Der Wald ist in vielerlei Hinsicht von großer Bedeutung für die Menschen im Rhein-Lahn-Kreis. Neben umweltpolitischen Faktoren hängen am Wald auch viele Arbeitsplätze, die es zu sichern gilt. Die letzten beiden sehr heißen Sommer geben uns daher Anlass, uns diesem Thema verstärkt zu widmen und die Sorgen und Ängste unserer Mitbürger bis auf die Landesebene zu tragen“, so SPD-Kreisvorsitzender Mike Weiland.

Die Situation ist ernst: Laut Dr. Jacob beschäftigt der Wald aktuell sehr viele Kommunen im Land. Temperaturrekorde häufen sich und die Trockenheit der letzten zwei Jahre war sehr hoch. Besonders betroffen, so Dr. Jacob, sei der rechtsrheinische Teil des Landes. Die Folgen sind immens: Die Dürre im Jahr 2018 zog sich bis in den November, Jungbäume verdursten, das Laub der Bäume fällt teilweise schon im September und der schädliche Borkenkäfer breitet sich rasant aus. Zum Stichtag 4. November 2019 waren ganze 84% der Waldbäume in Rheinland-Pfalz geschädigt. Durch Trockenschäden findet ein Absterben von Bäumen auf 2.100 ha Fläche statt. Auch die Waldbrandgefahr ist in den letzten Jahren gestiegen. Neben den schwerwiegenden Folgen für die Umwelt führt diese Entwicklung auch zu immensen Problemen für Forstbetriebe. Mehraufwendungen, Kosten für Wiederaufforstung und der Preisverfall für Holz führen zu Liquiditätsengpässen und Vermögensverlusten in den Forsthaushalten. Den Gesamtschaden schätzt das MUEEF auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag, der stetig anwächst.

„Die Landesregierung ist sich der Problematik völlig bewusst. Das Thema Wald ist in Mainz definitiv angekommen und auf der Agenda“, betonte Staatsminister Roger Lewentz das Bewusstsein der Landesregierung für die Wälder. Dies unterstreicht auch die von Dr. Jacob präsentierte Walderklärung der rheinland-pfälzischen Regierung. In drei Handlungsfeldern erklärt sie hier unter anderem, eine Anpassungsstrategie für den Wald im Klimawandel zu entwickeln, sowie eine umfängliche Unterstützung für Waldbesitzer. Zu Letzterem neben finanziellen Hilfen auch Sofortmaßnahmen, wie zum Beispiel die Notfällung betroffener Bäume zum Schutz vor weiteren Infektionen oder ein rechtzeitiger Abtransport von Schadholz zum Werteerhalt und zum Schutz der verbleibenden Bäume. Auch bei der Verkehrssicherungspflicht will die Regierung den Waldbesitzenden Unterstützung leisten. Hierzu laufen Gespräche mit dem Landesbetrieb Mobilität. Auf lange Sicht soll zudem das Aufforsten mit anpassungsfähigeren Baumarten aus dem eurasischen Kontaktbereich gefördert werden. Dies soll die Wälder künftig belastbarer machen. Jedoch besteht auch die klare Forderung an den Bund, dass Fördersätze für Waldaufforstung flächenbezogen verteilt werden. Dies würde vor allem den Waldbesitzern in Rheinland-Pfalz zu Gute kommen.

Im Anschluss an den Fachvortrag startete Jörg Denninghoff die Diskussionsrunde mit dem Publikum. Die Teilnehmer zeigten sich interessiert im Austausch mit Dr. Jacob, der keine Frage, die zum heutigen Zeitpunkt überhaupt komplett zu beantworten ist, unbeantwortet ließ.

„Der heutige Abend war ein gelungener Einstieg in die Diskussion. Die Herausforderungen der Zukunft sind groß und für uns als SPD ein besonderer Ansporn, hier weiter die Sorgen und Ängste unserer Förster in die Politik zu tragen“, so Kreisvorsitzender Mike Weiland abschließend.

 

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